Rot-Weiß bleibt dem Tabellennachbarn Burghausen mit dem 1:1 auf den Fersen. Bis zum rettenden Platz 14 sind es nur drei Punkte. Zum Hinrundenende kommt am Sonntag der MSV Duisburg zum West-Derby
FUSSBALL 2. BUNDESLIGAAls der Schlusspfiff durch die mit 5100 Fans eher mäßig gefüllte Wacker-Arena hallte, rissen die Rot-Weißen nicht etwa jubelnd die Arme in die Luft. \"Doch wir waren insgesamt schon zufrieden\", stellte Stefan Lorenz später fest. Aber wer die 90 Minuten in die Analyse packt, wird Lorenz-Günther Köstner zustimmen: \"Schade, dass der Ausgleich nicht noch früher gefallen ist. Sonst wäre sogar ein Sieg möglich gewesen.\"
Die Rot-Weißen flogen aber immerhin mit einem Punkt im Koffer am Samstagmittag von Salzburg aus nach Hause. Burghausen bleibt mit drei Punkten Vorsprung in Reichweite. Das schmerzt auch die Gastgeber. \"Zwei, drei Minuten\", so klagte Wacker-Trainer Markus Schupp, \"nur zwei, drei Minuten haben gefehlt, das ist das Deprimierendste an diesem Punktverlust.\" Tief enttäuscht hockten seine Spieler auf den Kabinenbänken. Ein Gefühl, dass die Essener nur zu gut kennen, denn auch sie haben gegen Paderborn (2:2 nach 2:0 Führung) und gegen Karlsruhe (1:2) im Finish einige Punkte gelassen.
Nun aber hat der Tabellenvorletzte wie zuvor gegen Fürth mit einem Treffer in der Schlussphase gepunktet. \"Dieser Punktgewinn war ganz wichtig für die Moral\", freute sich der Sportliche Leiter Olaf Janßen und fügte hinzu: \"Die Mannschaft hat gemerkt, dass es sich lohnt, nach einem Rückstand nicht aufzugeben, sondern weiter an eine Chance zu glauben.\"
Burghausen indes wollte dieses Missgeschick in der 89. Minute nicht wahrhaben. \"Warum schlagen wir den Ball nicht einfach ´mal auf die Tribüne - oder sogar drüber?!?\", nörgelte Schupp, der in der entscheidenden Szene vor allem wohl seinen Spielern Daniel Rosin und Dilaver Satilmis mangelnde Konsequenz vorwerfen konnte. Als Holger Wehlage den Ball in der 89. Minute von der Torauslinie kratzte und nach innen passte, fuchtelte Rosin mit dem Arm und wollte signalisieren, dass der Ball im Aus gewesen sei. Kein Pfiff, Serkan Calik rutschte in den Ball und schob ihn über die Linie. Das erste Tor in der noch jungen Profi-Laufbahn des 20-jährigen Deutsch-Türken.
Eine Frage hörte danach Holger Wehlage immer wieder: War der Ball nun im Aus oder nicht? Wehlage hat dann meist taxierend geblinzelt und den Kopf hin und her gewiegt. Soll heißen: Möglich, aber ich weiß es selbst nicht hundertprozentig. \"Ob der Ball über der Linie war oder nicht, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren\", winkte auch Köstner energisch ab. \"Keiner kann das klar erkennen.\"
Und über dieses Problem brauchen sich die Essener keinen Kopf zu machen. Sie müssen sich jetzt auf das West-Derby gegen den MSV Duisburg konzentieren, der am Sonntag zur Hafenstraße kommt. Und dass der Aufstiegsanwärter auch kein Überflieger der Liga ist, hat das mühevolle 1:1 gestern daheim gegen Paderborn gezeigt.
Der Angriff der Rot-Weißen ist und bleibt aber ein Schwachpunkt. Auch in Burghausen blieb die Offensive in letzter Konsequenz harmlos. \"\"Mich ärgert diese Unentschlossenheit und fehlende Überzeugungskraft in der Offensive am meisten\", ereiferte sich Köstner. Gleichwohl hat er wieder Alternativen, und keine schlechten, wie die Partie in Burghausen andeutete: Der eingewechselte Holger Wehlage leitete die beiden größten Chancen ein.
Bei der ersten Möglichkeit (79.) setzte er sich an der Außenlinie durch und bediente in der Mitte den ebenfalls eingewechselten Mac Younga-Mouhani, der nur die Latte traf. Die zweite führte - wie bereits erwähnt - zum Ausgleich. Younga-Mouhani spielte eine halbe Stunde lang stark. Er war nach seiner Sperre richtig heiß. Zumal er ja früher (2000 bis 2005) in Burghausen unter Vertrag stand.
\"Dieser Punktgewinn war ganz wichtig für die Moral\"
Trotz des kleinen Erfolgserlebnisses wird Holger Wehlage ab Februar 2007 seine Zelte in Österreich aufschlagen. Mit Wehmut und Dankbarkeit wird er jedoch stets die Rot-Weißen im Herzen tragen, meint er. Zudem sei er schon viel zu gespannt, was genau ihn im Burgenland erwarte ..
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